Dr. Stefan Franzke

Zur Person

Dr. Stefan Franzke ist seit 2014 Geschäftsführer bei der Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH, die sich der Wirtschafts- und Technologieförderung für die deutsche Metropole widmet. Mit D’fakto sprach der promovierte Maschinenbau-Ingenieur und Innovationsexperte darüber, was Wirtschaftsförderung tun – und was sie lieber bleiben lassen sollte.

 

 

 

Dr. Stefan Franzke
Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH
Fasanenstraße 85
10623 Berlin
Tel. +49 30 46302-500
gf@berlin-partner.de



Die Do's und Dont's der Wirtschaftsförderung

D’fakto: Herr Dr. Franzke, was sind für Sie die wichtigsten Standbeine einer gelungenen Wirtschaftsförderung?

 

Franzke: Wirtschaftsförderung ist nicht die Leistung eines Einzelnen, sie kann nur im Team gelingen. In Berlin hat es eine lange Tradition, dass öffentliche Hand und Privatwirtschaft gemeinsam für Wachstum und Entwicklung arbeiten. Mit Erfolg: In diesem Jahr wächst die Berliner Wirtschaft zum fünften Mal in Folge über dem Bundesdurchschnitt. In Berlin ruht die Wirtschaftsförderung auf vier Säulen: der Ansiedlung, der Bestandskundenbetreuung, dem Innovationsmanagement und dem Hauptstadtmarketing. Wirtschaftsförderung gelingt vor allem, wenn sie ihre Zielgruppe im Fokus hat.


D’fakto: Wie sieht für Sie gelungenes Standortmarketing aus?

 

Franzke: Wirtschaftsförderung muss immer maßgeschneidert sein. Deshalb gelten für Berlin andere Regeln als für Niedersachsen, Bayern oder das Saarland. Für alle aber gilt: Bloß nicht andere kopieren. Das Silicon Valley gibt es nur einmal, und das ist gut so.

 

D’fakto: Welche Chancen sollten Städte noch mehr nutzen, um im War of Talents erfolgreich zu sein?

 

Franzke: Wer den Fachkräftemangel bewältigen will, muss sich um den Nachwuchs kümmern, das ist fast eine Binsenweisheit. Dass Berlin in diesem Jahr von einer Denkfabrik als beste europäische Studentenstadt ausgezeichnet wurde, ist ein Standortvorteil im sogenannten War of Talents. Berlin bietet vor allem bezahlbares Wohnen, unzählige soziale Veranstaltungen, hervorragende Anschlussmöglichkeiten, eine einladende Start-up-Szene und großartige Visa-Möglichkeiten. Die Berliner Universitäten sind bunter als anderswo. Fast jeder dritte Studienanfänger kommt aus dem Ausland. Die Berliner Universitäten sind bei Erasmus-Studenten besonders beliebt. Englischkurse, internationales Flair, Toleranz, Unternehmergeist – alles zieht junge Menschen an und empfehle ich zur Nachahmung…

 

D’fakto: Stichwort Ansiedlungspolitik: Was würden Sie Städten raten, um attraktiver für Unternehmen zu werden?

 

Franzke: Das Wichtigste für einen Wirtschaftsförderer ist der Austausch mit den Unternehmen vor Ort. Wer seinen Unternehmerinnen und Unternehmern aufmerksam zuhört und auf ihre Bedürfnisse eingeht, darf davon ausgehen, dass sich das herumspricht. Kurz: Wer sich um seine Bestandskunden gut kümmert, muss sich um Ansiedlung keine Gedanken machen.


D’fakto: Zur Wirtschaftsförderung gehört aber nicht nur das Ansiedeln neuer Unternehmen, sondern auch die Bestandspflege. Aus Ihrer Sicht: Was sind die Dos, die Don‘ts?

 

Franzke: Wie gesagt: Vor allem geht es um den Austausch mit seinen Kunden – Zuhören und Vermitteln! Was man nicht tun sollte? Hektisch jedem Trend hinterherlaufen. Das ist müßig und geht auch regelmäßig schief.

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